Dass viel Ski gefahren wird, versteht sich von selbst. In drei alpinen (Slalom, Riesenslalom und Super G) und zwei nordischen Disziplinen (Langlauf Einzel und Staffel) werden die Wettbewerbe ausgetragen, ein fröhlicher Nationenabend gehört fest ins Programm und alles andere bleibt dem Zufall und der Fantasie des Organisationskomitees überlassen.

Die Woche des sportlichen und freundschaftlichen Austausches begann mit einem Zug durch den Ort. Wie beim Almabtrieb geleitet von lautem Glockengebimmel. Jede Nation hatte dazu Aufstellung hinter der eigenen Fahne genommen, die stolz von Kindern des örtlichen Skiclubs getragen wurde. War es eine Verwechslung, war es ein Notfall? Unsere Fahne sah jedenfalls irgendwie befremdlich aus, längs- statt quergestreift, und sie war gelb in der Mitte. Schnell war Ersatz beschafft, aus Belgien Deutschland geworden, und dann konnte sich der Zug in Bewegung setzen.

Auf dem Kronenplatz gab es freundliche Willkommens-Reden, luftgekühlten Weißwein, ein weibliches Alphornduo und kräftige Männer, die gigantische Kuhglocken aus der Hüfte zum Schwingen brachten. Und natürlich ein vielfaches Hallo, denn die meisten Eurovisionsteilnehmer sind Wiederholungstäter und freuen sich jedes Jahr aufs Neue sich zu treffen.

War es am Abend noch empfindlich kalt gewesen, tat am nächsten Morgen die Sonne ihr Bestes, um die Laune weiter zu heben. Bis auf einen sehr windigen und ungemütlichen Tag hat sie die ganze Woche zuverlässig begleitet und uns ein Traumwetter beschert. So fiel es nicht schwer, zwischen den eigenen Läufen neben der Piste Aufstellung zu nehmen, um die Kollegen kräftig anzufeuern. Und selten hat man einen solch genauen Eindruck von den unterschiedlichen Fahrstilen bekommen wie in diesem Jahr. Da war vom virtuosen Stangen-Boxen bis zum eher vorsichtigen Hinabtasten alles vertreten. Der Begeisterung tut das keinen Abbruch und gefeiert wird jeder, der sich eine Startnummer überzieht.

Die Sieger wurden dieses Mal gleich im Anschluss an die Rennen gekürt, auf der Sonnenterrasse der Lucky Luke Hütte. Die Eurovisionshymne zu Beginn sorgte für allgemeine Aufmerksamkeit, so dass wir oft genug Außenstehenden erklären mussten, was wir da eigentlich tun. Und einmal, nach langem Warten und Daumendrücken, gab’s auch die deutsche Hymne für die Goldmedaille, die sich Günther vom BR im Slalom abholen durfte.

Das große Finale bildete wie immer der Langlauf-Staffelwettbewerb, zu dem immerhin 22 Staffeln antraten. Manche im optimalen Kräfteverhältnis von 1 Frau und 3 Männern, andere kunterbunt durch die Nationen gemischt und aufgefüllt durch so manchen ambitionierten Langläufer, der nach seinem Einsatz in der ersten Staffel noch einmal auf eine zweite Runde ging.

Hessen war in den Staffeln wieder stark vertreten, schon allein mit drei Frauen im Quartett Deutschland 1. Den Vogel aber hat Walter abgeschossen. Kurz vor dem Rennen für einen verletzten Kollegen eingesprungen, noch schnell dessen Skier aus dem Hotel geholt, ohne Chance, sich einzufahren in die Loipe gegangen, unterwegs aus der kaputten Bindung raus und den Rest seiner Staffelrunde joggend hinter sich gebracht. Das ist Sportsgeist! Inzwischen kann hoffentlich auch er drüber lachen…

Mit drei Medaillen und einigen Plätzen auf dem bis 6 erweiterten Podium kann sich auch die sportliche Seite des hr-Teams sehen lassen:

Simone Stöppler, Silber im Langlauf Einzel

Annette Bittmann, Bronze im Super G

Walter Schmalz, Bronze im Slalom und 6. im Riesenslalom, 4. in der Alpin Kombiwertung

Miloslava Matusova, 4. im Riesenslalom

Imke Turner, 4. im Langlauf Einzel

Sabine Nitzschke, 5. im Langlauf Einzel

Und das Beste ist: Ort und Zeit der nächsten Winterspiele stehen schon fest. Am 12. März 2017 geht’s für eine Woche in den hohen Norden, nach Ǻre in Schweden.

Vi kommer!

 

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Samstag, 16. Dezember 2017 Anmelden

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