Die einen nutzten den freien Tag vor der offiziellen Eröffnung zum Einfahren auf den interessanten und super gepflegten Pisten, die anderen fuhren zum Training ins gut 5km entfernte großzügige Langlaufzentrum.

Am Abend folgte dann das übliche große Hallo. Schließlich sind manche schon seit Jahren dabei und freuen sich mindestens ebenso auf das Wiedersehen mit netten Kollegen und Freunden aus Österreich und der Schweiz, Frankreich, Italien, Spanien, Dänemark, Norwegen und Schweden. Nicht zu vergessen die ARD- und ZDF-Mitstreiter im Team Deutschland aus Berlin, Köln, Mainz, München und Saarbrücken.

Mit der Ausgabe der ersten Startnummern begann dann der Ernst der Spiele. Frühstück um 7, in die Gondel um 8 und pünktlich um 9.30 Uhr ging’s los mit den Wettbewerben. Die drei Alpindisziplinen Slalom, Riesenslalom und Super G wurden auf der FIS-Strecke ausgetragen, die gelegentlich auch im Fernsehen zu bewundern ist, wenn ein Weltcup-Rennen aus Madonna übertragen wird. Für manchen Starter war es beim Riesenslalom noch ein Tasten von Tor zu Tor, doch am Montagnachmittag stoppte der dichte Schneefall und ab dann begleitete strahlendblauer Himmel die Wettbewerbe.

Dank der ausgezeichneten Organisation gingen die Rennen zügig vonstatten, und nach einem kleinen Imbiss im Zielbereich mit wahlweise Tee oder Glühwein blieb noch viel Zeit zum freien Fahren und einem oder zwei Bombardino auf einer Sonnenterrasse. Bis 16.45 Uhr musste der allerdings getrunken sein, danach kamen die Carabinieri und vertrieben alle säumigen Skifahrer von den Pisten. Überhaupt die Polizei. Auch tagsüber konnte man sie durchaus auf Skiern antreffen, und zwei Polizisten ließen es sich nicht nehmen, unseren Slalomkurs höchstpersönlich in Augenschein zu nehmen. Ohne Beanstandungen versteht sich.

Zwischen sundowner und Abendessen wurde dann auf den Balkonen und Fluren des Hotels kräftig gewachst und gebürstet, besonders vor den Langlauftagen war diesbezüglich erhöhte Aktivität zu verzeichnen. Unsere Skier erhielten dank Simones Kontakten auf einem schwedischen Balkon ihr finish.

Fest ins Programm der Euro gehört der Nationenabend, für den jedes Team Spezialitäten aus dem eigenen Land mitbringt. Während der hessische Handkäs und der bayrische Wurstsalat meist nur mäßige Begeisterung hervorrufen, werden wir oft schon zwei Tage vor dem Event gefragt, ob wir denn auch genügend Bier dabei hätten. Und so wandert ein jeder von Tisch zu Tisch, probiert hier eine Lachsschnitte, dort ein Knäcke mit Rentierkäse, Wiener Schnitzel, Käsefondue, iberischen Schinken, foie gras, pastasciutta, dazu die landestypischen Getränke und alles durcheinander. Der anschließende Tanz sorgt für den nötigen Ausgleich und wurde dankbar angenommen, ehe sich Hotel-Animateur Roberto ans Werk machen konnte. Der Tag nach dem fröhlichen Fest ist traditionell wettkampffrei und bleibt zur freien Verfügung. Wer nun diesen Tag etwas  langsamer anging und sich erst so gegen 10 Uhr zur Gondel aufmachte, der kehrte bald zurück, denn Starkwind machte den Betrieb der meisten Gondeln unmöglich. Glücklich, wer schon auf dem Berg war oder sich an diesem Tag wie Simone zum Langlaufen entschloss, denn die kam ganz unerwartet in den Genuss eines persönlichen Trainings mit dem Champion aus Norwegen. Die anderen erwanderten sich die winterliche Bergwelt der Brenta Dolomiten oder brutzelten im Windschatten auf dem Sonnenbalkon mit großartigem Blick auf leergefegte Pisten.

Mit der lautstark angefeuerten Langlaufstaffel gingen auch in diesem Jahr die Eurovisionsspiele wieder zu Ende, und dabei ist es den Anfeuernden ziemlich egal, aus welcher Nation derjenige stammt, der sich gerade den letzten Anstieg hinauf quält, hier wird jeder dem Ziel entgegen getragen. Beim Langlauf ist Hessen übrigens vorne mit dabei, erst recht in quantitativer Hinsicht. Fünf von den sieben TeilnehmerInnen des hr waren aktiv am Start, und stellten dabei 50% des deutschen Teams. Und auch die Medaillenausbeute kann sich bei insgesamt mehr als 150 StarterInnen aus acht Ländern sehen lassen, dank der großzügigen Vergabe von sechs statt der üblichen drei Medaillen:

Simone Stöppler, Silber im Langlauf Einzel

Sabine Nitzschke, 5. im Langlauf Einzel

Annette Bittmann, 6. im Langlauf Einzel

Daniela Sommer, 6. im Super G

Imke Turner, 6. in der Kombiwertung Riesenslalom/Langlauf

Am Ende hieß es dann: Addio Madonna di Campiglio, Auf Wiedersehen in Lenk/Adelboden am 13. März 2016!

Und neue Mitstreiter sind immer willkommen!

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Donnerstag, 19. Oktober 2017 Anmelden

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