Aber genau das macht den Reiz der Eurovision Wintergames aus, dass man Skigebiete kennenlernt, die abseits der üblichen Routen liegen und manchmal auch eine längere Anreise erforderlich machen. Und so ging es in diesem Jahr eben nach Ǻre in Mittelschweden, den ältesten und größten Wintersportort Schwedens. Wenn sich 2019 bei der Alpinen Ski WM die besten der Welt die Störtloppet hinunterstürzen, dann können wir sagen: hier sind wir um die Medaillen im Super-G gefahren – freilich unter Auslassung des Russi-Sprungs, den wir in einer großen Kurve umfahren durften.

Überhaupt, die Berge sind zwar nicht hoch in Schweden, der Gipfel des Ǻreskutan misst gerade mal 1420m, doch die Abfahrten haben es in sich. Von steilen, vereisten Rennpisten bis zu traumhaften Spazierfahrten durch tief verschneite Birkenwälder war alles zu haben. Und einige von uns hatten gar das Glück, von einer Rentierherde aufgehalten zu werden, die in aller Seelenruhe eine Piste querte.

Acht aus Hessen hatten sich dieses Mal zu den Wintergames aufgemacht, vier bzw. drei Tage vor dem eigentlichen Beginn der Wettkämpfe. Das erwies sich als sehr glückliche Entscheidung, denn das bessere Wetter und die traumhafteren Aussichten hatten eindeutig die early birds. Die Reise begann mit dem Abendflug nach Stockholm, wo wir mit einigen Kollegen vom Bayerischen Rundfunk verabredet waren. Im bemerkenswert gut gefederten Nachtzug ging es in sieben Stunden nach Åre. Nach einem ausgiebigen Frühstück zog es die einen gleich auf die Piste, die anderen erkundete erst mal den Ort und den zugefrorenen Åresee, auf dem übrigens auch Autos zum Schleudertraining unterwegs sind.

Pünktlich zum ersten Wettkampftag trübte sich leider das Wetter ein, aber beim Riesenslalom zeigen ja glücklicherweise die Stangen den richtigen Weg an. Schneefall, Wind und schlechte Sicht begleiteten uns die nächsten Tage, was aber nur den für den späten Nachmittag geplanten Parallelslalom bei Flutlicht ernsthaft in Gefahr bringen konnte.  Auf das Erlebnis Fahren bei Flutlicht mussten wir also verzichten und haben stattdessen den Parallelslalom glücklich vor Einsetzen des Sturms beendet.

Für eine Medaille hat es in diesem Jahr im hessischen Team leider nicht gereicht, aber einige Plätze auf dem erweiterten Podium der besten sechs in fast allen Kategorien waren immerhin dabei. Und alle können nach dieser Woche von sich behaupten: Buckelpiste oder Skifahren ohne Orientierung? Kein Thema mehr!

Den abendlichen Feierlichkeiten konnte das Wetter natürlich gar nichts anhaben, dem traditionellen Nationenabend mit flüssigen und festen Spezialitäten aus den teilnehmenden Ländern nicht und den zahlreichen Zimmerpartys in den großzügig ausgestatteten Appartements auch nicht.

 Pünktlich zur Abreise strahlte dann auch die Sonne wieder vom blauen Himmel, das war ein bisschen gemein.

Die Vorfreude auf die nächsten Wintergames ist bereits entfacht. Deutschland ist im nächsten Jahr der Gastgeber. Vom 4.-11.3.2018 geht es nach Reit im Winkl. Das verspricht zur Abwechslung mal eine unkomplizierte Anreise und damit die beste Gelegenheit für neugierig gewordene Kollegen, sich ins Team einzuklinken.

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Donnerstag, 19. Oktober 2017 Anmelden

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